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Über meine Arbeit
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Landschaft, 1984, Öl, Sand/Leinwand, 115 cm x 200 cm
Die Frage nach der eigenen, authentischen Form von Malerei führte mich in die
Hochschule für Bildende Künste, Berlin (1979 – '83) in die Klasse
von Professor Karl Oppermann. Zunächst erlernte ich die klassischen Techniken
der Malerei und widmete mich vier Jahre lang dem großen Thema Landschaft.
Es entstanden Aquarelle und Gouachen: z. B. "Norddeutsche Landschaft", "Küstenlandschaft".
Ich reduzierte das Seherlebnis Landschaft auf seine Elemente: die Waagerechte<
(z. B. Horizont) und Senkrechte (z. B. Grenzbalken, Bäume u. a.).
Mit diesen bildnerischen Elementen experimentierte ich und entwickelte
im Laufe der Zeit die mir eigene Formen- und Farbsprache.

La Lettera, 1985, Collage/Papier, 35 cm x 50 cm
Angeregt durch einen längeren Sizilienaufenthalt entstanden die Collage-Zyklen:
Sizilianischer Friedhof, terremoto, terra santa. Die Bedeutsamkeit eines Fundstückes
aus verlassenen Häusern, die Melancholie im Verfall einer Mauer, Magie und Wesen
eines Steines, Dynamik einer Wurzelstruktur boten mir immer wieder Anlässe zu neuen Bildfolgen.
Natur und Licht waren Ursache für Farbe. Mit Hilfe der druckgraphischen Techniken
und Zeichnungen habe ich die Linie "entdeckt", die dann ins Ölbild gesetzt Rhythmus
bedeutet, Musik und Klang. Die Sinnlichkeit der Farbe und des Materials machen
die Oberfläche der Ölbilder ertastbar, steigern ihren taktilen Charakter.
Die Titel z. B. "velato", 1994 (ital. verhüllt) deuten auf die Zwei-Teilung
der Bilder hin: eine Innen- und eine Außenwelt, die Seelenwelt als Bildraum,
die sich aus Erinnerungen, Assoziationen speist.

Wilhelmstraße, 1992, Öl/Leinwand, 200 cm x 400 cm
Durch den Fall der Berliner Mauer gab es ab 1989 für mich nur ein Thema: Mauer.
Aufbrüche, Durchbrüche, Begrenzungen wurden visualisiert. Die Farbe Grau wurde
zur Universalfarbe erklärt. Das Bild "Wilhelmstraße" ist der Höhepunkt dieser
Auseinandersetzung: der Ort an dem die Reichsministerien für Sicherheit lagen, dort,
wo in den Kellern unter der Straße gefoltert wurde, hat mich betroffen gemacht und dem
Bild seinen Titel gegeben. Gewalt wird visualisiert: die Verletzung der bemalten
Leinwand mit waagerechten Messereinschnitten im Mittelteil, der in seiner bleiernen
Klobigkeit an die Architektur eines Bunkers erinnert.

Kleines Andachtsbild, 1994, Öl, Kupfer/Holz, 34 cm x 48 cm
Eine besondere Gruppe unter dem Materialbildern sind die Ikonen.
Die Aura eines Gegenstandes wird durch häufigen, alltäglichen Gebrauch
besonders intensiviert. Diese Aura benutze ich in meinen Ikonen: "Fundstücke"
werden aus dem gewohnten Zusammenhang genommen und ins Bild gesetzt –
d. h. in einen Dialog zu anderen Materialien und zum Betrachter selbst
gebracht (z. B. Werkzeug, Nägel, Schuhsohlen, Holzteile).
Durch die Metalle: Gold, Silber, Kupfer wird das sinnliche und energetische
Potential eines Bildes gesteigert. Das Bild wird zum Objekt: zur Ikone.
Wir können Gelebtes, Verlorenes, Vergangenes auf diese Weise neu würdigen.
Die Fußbodenbilder der Jahre 1999 und 2000 verweisen auf die Erdverbundenheit
des Menschen. Jeder Schritt, den wir tun, ist wie eine Signatur im Sand,
ein Geflecht von unzähligen Wegen, die die Erde umspannen. Der Betrachter
wird Teil dieses Bildes durch seine Alltagshandlung, wird zum Fundstück
in einer Collage.
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