R E N É E   S T R E C K E R



Pressestimmen
Sammeln von Seherfahrung
Renée Strecker bei Pommersfelde


Renée Strecker, eine nachdenkliche Berliner Malerin, die gelegentlich auch Gedichte schreibt, ist viel unterwegs: sie sammelt optische Eindrücke, prüft die fesselnden Phänomene von Aufbau und Wachstum, Zerstörung und Untergang, um sichtbare Zeichen dieser Prozesse dingfest zu machen. Baustellen und Ruinen sind beliebte Aufenthaltsorte, sie beobachtet Licht und Schatten, Steinschichtungen, Pflanzenwuchs, Risse, Schrunden, Erdaufwerfungen – sie geht den Dingen auf den Grund, untersucht auch ein zufällig entdecktes "schwarzes Tuch" sorgsam bis zur letzten Faser, um die gewonnene Erkenntnis im Atelier kunstvoll auszuschlachten. ... und wenn ihre Bilder auch völlig abstrakt wirken, so enthalten sie doch immer die sorgsam durchdachte Wiedergabe von Seherfahrungen der Wirklichkeit. ... So entsteht eine Atmosphäre zwischen Traum und Tag, die durch eincollagierte Fundstücke sehr bewußt unterstrichen wird. (Dr. Renate Franke, Tagespiegel, 23. Dezember 1988)

Optische Reize
Renée Strecker bei Pommersfelde


Die Malerin Renée Strecker, Jahrgang 1955, gehört zu den Stillen im Lande – sie fällt nur durch ihre Arbeit auf. Zauber und Geheimnis scheint über ihren Bildern zu liegen, und wenn sie eigentlich auch gegenstandslos arbeitet, so versteht sie es doch – ganz im Sinne der Meister der Romantik –, Stimmungsgehalt und sinnbildhafte Strukturen von Landschaftsimpressionen zu nutzen. Das geistvolle Umsetzen optischer Eindrücke, Reize oder auch Irritationen ist Grundlage ihrer Malerei. ... In letzter Zeit – das demonstrieren neuere "Ölgemälde und Malerbücher" in der Galerie Pommersfelde – hat sie die Intensität ihrer Aussagemittel noch steigern können. ... (Dr. Renate Franke, Tagesspiegel, 7. Februar 1992)

Verletzte Zukunft in abstrakten Werken von Renée Strecker

... Die Wucht schwerer Farbflächen und die Transparenz von durchlässigen Farbgeweben verwandeln die Fläche in ein Wechselspiel dynamischer Spannungen. Bedrohliche Verlorenheit und eine noch immer spürbare, lauernde Aggression des Verbrechens kennzeichnen die Figurationen in "Wilhelmstraße". Inmitten aufsplitternder Stukturenbündel steht eine monumentale, schwarze Säule wie ein drohendes Mahnmal an die brutale Vergangenheit dieses Ortes. Die Bedrohung der Landschaft und ihre Vergänglichkeit offenbaren sich in "Versandung". ... Kaskadenhaft an stürzende Wasserfälle erinnernd, entstehen Räume von bodenloser Tiefe. Farbräume werden zu Ausdrucksträgern. Räume werden wie atmende Organismen dargestellt und zu Metaphern wechselnder Stimmungen.In der Ausdrucksskala der Farbgestaltung, ihrer Bewegung und ihrer Räumlichkeit wird die starke Begabung von Renée Strecker deutlich. Sie öffnet den Blick für erstaunliche Dimensionen der Künstlerin in der Abstraktion. (Renée Schipp, Berliner Morgenpost, 22. Februar 1994)

Verliese der Vorstellungsarmut
Ein Vorschein des Guten bei Rolf Bossert und anderen rumäniendeutschen Dichtern


... Die knapp vierzig, vorwiegend aus den achtziger Jahren stammenden Gedichte ... korrespondieren mit den sechs abstrakten Lithographien von Renée Strecker, die zart und kraftvoll zugleich sowie von geheimnisvoller Sogkraft sind. Wie die Graphiken den Blick des Betrachters in eine geheimnisvolle Tiefe ziehen, die erst allmählich ihr Geheimnis preisgibt, so offenbaren auch die Gedichte Bossarts erst allmählich ihre volle Leuchtkraft, in der verschiedenerlei zum Audruckt kommt, Subtilität und Direktheit, Klage und Wut, Empfindsamkeit und Vitalität. ... (Cornelia Staudacher, Tagesspiegel, 12. Februar 1995)

Landschaften und Ikonen aus Asche, Sand und Holz
Werkschau der Künstlerin Renée Strecker in der Matthäi-Kirche


... In der Ruhe der Matthäi-Kirche hinter der neuen Nationalgalerie zeigt die Berliner Künstlerin Renée Strecker derzeit eine Werkschau, die das unmittelbare Umfeld der sich wandelnden Gegend vergessen läßt. "Landschaften und Ikonen" heißt die Ausstellung, die 47 Werke der letzten Jahre umfaßt. Gezeigt wird die gesamte Bandbreite der Künstlerin: Von einzelnen übermalten Lithographien und kleineren, zum Teil collagierten Zeichnungen, über Mischtechnik bis hin zu großformatigen Öl- und Materialbildern ... die größte Ausstrahlung haben die Materialbilder ... So besteht der Untergrund eines ihrer Hauptwerke der aktuellen Schau "Croce" aud ausgedienten Parkettdielen. Bei zwei Werken, die links und rechts des Altarraumes ausgestellt sind, kann man den Eindruck gewinnen, daß sie zum Interieur des Gotteshauses gehören ... (tiw, Tagesspiegel, 29. August 1996)